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Die mit den Geistern kämpft


Die Tageszeitung des Ostens, 28.09.1997



Der Vater ist an Krebs gestorben, suchte seinen Sohn heim und steckte ihn mit derselben Krankheit an. Ich bin der Meinung, dass die Läuterung, wie in anderen Fällen auch, die Genesung des Jungen bewirken wird...



Die mit den Geistern kämpft



Gespräch mit Wanda Pratnicka, Exorzistin

Wenn jemand negativ zur Welt eingestellt ist, wechselnde Stimmungen hat, chronisch krank ist oder übermäßig... dick oder mager ist, kann es das Werk der Geister sein, die ihn besessen haben - behauptet Wanda Pratnicka, Exorzistin und Parapsychologin.
Geister existieren - bestätigt die Exorzistin - der Mensch verlässt im Moment des Todes sein Kleid also seinen Körper und wird zum Geist. Der Tod ist ein Übergang durch einen Vorhang, der die Welt der Lebenden von der Welt der Verstorbenen trennt. 
Sind alle Geister gleich?
Sie sind so unterschiedlich wie es die Menschen sind. Ein zu Lebzeiten guter Mensch wird nach dem Tod ein positiver Geist sein und umgekehrt - ein Schuft oder Krimineller wird zum negativen Geist werden. Beide bereiten aber den Lebenden Probleme. Jeder Mensch soll über sich selbst entscheiden können und die Geister beeinflussen manchmal stark und zu unserem Ungunsten die Möglichkeit, unser Schicksal zu gestalten.
Warum, Ihrer Meinung nach, suchen Geister die Menschen heim?
Es hat verschiedene Gründe. Erstens irren manche Geister umher, sie wissen nicht, was sie mit sich selbst anfangen sollten. Nach einer Weile dringen sie in die lebenden Menschen ein. Es geht hier vor allem um Seelen von Menschen, die plötzlich, nicht ganz bewusst, z. B. in Katastrophen oder unter Narkose starben. Zweitens wollen Geister böser Menschen diese Welt nicht immer verlassen. So können sie Menschen heimsuchen und ihnen viele Probleme bereiten. Diese Geister gehören zu den schlimmsten, denn sie können ihre Opfer zum Verbrechen, Selbstmord oder zur Mordtat überreden.
Ihre Aufgabe ist es, besessene Menschen von dem Geist zu befreien. Wie tun Sie das?
Ich habe nicht nur eine Methode, denn jeder Geist ist anders und jeder reagiert anders. Ich mache das aber immer auf Entfernung, ohne die heimgesuchte Person zu sehen. Ich setze mich dann mit dem Geist in Verbindung und bemühe mich, ihn zur anderen Seite des "Todesvorhangs" zu geleiten. Manchmal kann es sogar mehrere Monate dauern.
Gibt es Geister, die Ihnen besondere Probleme bereiten?
Unbestritten am schwierigsten ist es, mit dem Geist einer nahestehenden Person, z.B. des Vaters oder der Mutter, zurechtzukommen. Solch einen Geist verbinden mit dem Heimgesuchten starke Emotionen, oder Gegenstände, z.B. ein Haus, wo er sich sehr vertraut fühlt. Er folgt den Anweisungen des Exorzisten nicht.
Könnte man sagen, dass es Menschen gibt, die mehr als andere für Besessenheit gefährdet sind? 
Jeder kann heimgesucht werden, obwohl sich die These bestätigt, dass sich die Geister häufiger zu kranken, psychisch geschwächten, oder unter Niedergeschlagenheit leidenden Menschen hingezogen fühlen. Auch Leute, die infolge von Alkohol- oder Drogeneinnahme geschwächt sind, sind besonders gefährdet.
Wie kann man sich vor "dunklen Mächten" schützen?
Der einzige Schutz ist der starke Wille, der Herr der Lage zu sein. Wenn Unruhe, Befürchtung oder Angst aufkommt, sollte man immer zu sich selbst sagen "Ich lasse mich nicht unterkriegen". Wirksam kann auch ein Gebet sein. Man soll positiv denken, denn die Gedanken haben eine riesige Macht, worüber sich nicht alle im Klaren sind.

Ich danke für das Gespräch. 

Autor: Mariusz Mroz





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