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Exorzismen und die Kirche


Dieser Brief war an den Redakteur einer polnischen TV Anstalt gerichtet, der eine Reportage über das Thema Exorzismen mit Wanda Pratnicka vorbereitete. Wir bringen es hier wegen seiner Eigenschaft, dieses Thema gut zu verdeutlichen. 

Ich grüße Sie herzlich, 

unten gebe ich einige Erklärungen bezüglich der von Ihnen gestellten Fragen und der Arbeit, mit der ich mich beschäftige.
Ich finde, die unten beschriebenen Punkte sollten in der Reportage erwähnt werden. 

Vielleicht werden Sie auf den Gedanken kommen, ein Interview mit den Klienten zu machen, denen ich geholfen habe. Ich denke, daß es sehr schwer sein wird, solche Menschen zu finden, denn für immer bleibt große Angst in ihnen. Sie fürchten, sobald sie an den Geist denken, er könne zurückkommen und ihren Leib wieder einnehmen. Das ist keine irrationale Angst, sie ist in jeder Hinsicht wahr und sehr stark. Überdies bleibt uns wohl nur die Erzählungsform durch mich und ev. meinen Mann. 

Ich freue mich, daß Sie sich mit dem Thema Exorzismen beschäftigen wollen und zwar deshalb, weil es eine äußerst dringende Angelegenheit ist. Sie hat mehr Gegner als Anhänger. Die meisten Menschen meinen, es sei Unsinn, im 21. Jh., wenn die Welt so "fortgeschritten" ist, an Geister zu glauben. Es handelt sich dabei nicht so sehr um den Glauben an deren Existenz, sondern um die Anerkennung der Tatsache, daß Geister (körperlose Wesen) einen so großen Einfluß auf das menschliche Leben ausüben. Es gibt eine große Anzahl von Menschen (jeder von ihnen denkt, es sei nur ihm zugestoßen), die furchtbar leiden, denen niemand helfen will und kann. Wenn wir die bloßen Tatsachen betrachten, stellen wir mit Entsetzen fest, daß die Wahrheit leider so aussieht. Es ist ein Phänomen, an das ein normaler Mensch (auch mancher Priester) nicht glauben will. Es erweckt Angst, ärgert mit seiner Irrationalität, vielen scheint es ganz verrückt. Leichter fällt es dann, diese Erscheinung zu verspotten, oder als Vorurteil, Aberglaube zu betrachten. Es ist aber bloß ein Verstecken des Kopfes in den Sand, in der (meist trügerischen) Hoffnung, daß es uns oder unseren Nächsten niemals zustoßen wird. 

Bisher befaßte sich ausschließlich die Kirche mit dem Exorzismus. Der kirchliche Exorzismus stellt einen Kampf mit dem Teufel dar, und bekanntlich muß jeder Kampf mit dem Sieg einer Seite und der Niederlage der anderen enden. Ein kirchlicher Exorzist treibt den Teufel aus dem Leib des Besessenen hinaus. Aber wohin soll dieser Geist - "Teufel" gehen? Nach der Austreibung irrt er in der Welt der Lebenden umher und bei der nächsten Gelegenheit wird er einen anderen Menschen heimsuchen. Deshalb ist der kirchliche Exorzismus in so vielen Fällen kaum wirksam oder gar wirkungslos. Außerdem üben die Priester meistens keine Exorzismen aus, sondern konzentrieren sich darauf, die hilfsbedürftigen Menschen an den Psychiater zu verweisen. Es ist keinesfalls die Schuld der Priester. Warum es so geschieht, habe ich ausführlich in meinem Buch "Von Geistern besessen - Exorzismen im 21. Jahrhundert" im Kapitel über die Exorzismen beschrieben. 

Ich persönlich glaube nicht an den Teufel. Während der Läuterungen der fünfundzwanzigtausend, manchmal sehr schweren dämonischen Fälle der Besessenheit meiner Klienten traf ich ihn nicht. In den meisten Fällen hatten diese Personen schon früher Hilfe bei Priestern gesucht, wurden psychiatrisch behandelt, hatten manchmal Jahre in Nervenheilanstalten verbracht.
Ein wahrer Exorzist - so ist es wenigstens in meinem Fall - ist eine Person, der die Menschen von den Geistern und die Geister von den Menschen befreit. Er treibt sie nicht aus dem Menschen, ganz gleich wohin, aus, sondern lehrt die Geister, überredet sie und hilft bei dem Übergang auf die andere Seite des Todesvorhanges (zu Gott). 

Oft muß ich die Therapie (in der Form von Psychotherapie) sowohl bei dem heimsuchenden Geist als auch dem besessenen Menschen durchführen. Ich erkläre ihnen dann, in was für einer, gegenseitig abhängigen Situation, sie sich befinden und wie sie einander davon befreien können. Man könnte sagen, ich erhebe beiden Seiten das Bewußtsein. Oft kommt es vor, daß der Geist, nachdem ich ihm seine Lage erklärt habe, den Menschen gern verläßt und fortgeht. Auch der Mensch läßt dann den Geist gehen. Es gibt aber Fälle, daß der Geist ganz taub auf alle Argumente ist. Dann muß ich mir Mühe geben, um ihn zu überzeugen. Die Frage ist dabei nicht, ob der Geist fortgeht oder nicht, sondern wieviel Zeit vergeht, bis er sich für das Fortgehen entscheidet. 

Von Geistern besessen kann jeder Mensch sein, ohne Rücksicht auf das Alter, Geschlecht, Ausbildung, Glauben oder Gesellschaftsstatus. Selbstverständlich sind einige Menschen mehr veranlagt, besessen zu werden, und die anderen weniger, aber gefährdet ist absolut jeder.
Der Geist, der uns gerade besessen hat, kann jede Seele sein, die gestorben ist und nicht zur anderen Seite des Todesvorhangs gegangen ist, also unser Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Opa, Oma, Onkel, Tante, Freund, Freundin, Kollege, Nachbar, Schulfreundin oder ein ganz unbekannter Geist, der sich gerade in der Nähe befand. Oft handelt es sich um eine sehr starke, aber für die beiden völlig unbewußte Beziehung, die man manchmal auf keine der traditionellen Weisen brechen kann. 

Es gibt sehr viele Gründe, aus welchen der Geist eines Menschen nicht zur anderen Seite des Todesvorhangs (ins Licht, zu Gott - verschiedene Menschen bezeichnen das verschieden) gehen will. Ich nenne hier einige von ihnen; Manche gehen nicht fort, weil sie meinen, daß sie in ihrem Leben gesündigt haben und sich vor der Strafe fürchten. Sie wollen diese sich selbst ausgedachte Strafe also möglichst weit in die Zukunft hinausschieben. Die anderen wissen nicht, wohin sie gehen sollten, denn zu ihren Lebzeiten glaubten sie, daß ihre Existenz im Grab endet. Noch andere gehen nicht fort, weil sie zu stark mit der materiellen Welt verbunden sind: mit Vermögen, Arbeit, Macht, Sex, Sucht. Andere möchten fortgehen, aber die Familie, die Nächsten wollten sie nicht gehen lassen. Die meisten Seelen gehen aber nicht fort, denn sie sind sich nicht im Klaren darüber, daß sie gestorben sind. Dies kommt ihnen so vor, weil sich für sie nach dem Tod generell nichts geändert hat. Nach wie vor können sie fühlen, sehen, hören, wie zu Lebzeiten. Was sollte ihnen sagen, daß sie nicht mehr leben? Wenn sie vor ihrem Tod wenigstens dessen bewußt wären, daß sich nach dem Tod nicht viel ändert, wäre es ihnen leichter, sich der Wirklichkeit gegenüberzustellen. 

Am Anfang kann die Besessenheit ganz unbemerkbar bleiben. Sie verursacht bei dem Menschen Verstimmungen, Kopf- und Magenschmerzen, Angstzustände. Mit der Zeit und abhängig vom Grad der Besessenheit können weitere - physische und psychische Störungen auftreten - Persönlichkeitsstörungen, starke Schmerzen, chronische oder unheilbare Krankheiten, stationäre Behandlung, nicht nur in Nervenheilanstalten. Die von den Geistern besessenen Menschen leiden nämlich oft an Krankheiten, an denen früher die Geister litten oder starben, was bedeutet, daß sehr viele Menschen wieder völlig gesund werden könnten, wenn sie sich darüber klar wären, daß sie besessen sind. Sie würden dann auch oft zum Fortgehen des Geistes beitragen.
Sehr viele Menschen leiden, ohne sich über die Ursachen ihres Leides klar zu sein. Mein Buch zeigt diese Beziehungen wie auf der Hand auf und hilft den Menschen, über das eigene Leben zu herrschen. Unter anderem wurde es auch zu diesem Zweck geschrieben. 

Mit herzlichen Grüßen
Wanda Pratnicka 



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