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Ich begab mich in die Hände einer Geistheilerin


Mach mal Pause, Nr. 37/2005, 7 September 2005

 

Was Alexandra (29) erlebte, übersteigt jede Vorstellungskraft 

 

Ich begab mich in die Hände einer Geistheilerin 



"So ein Quatsch!", denkt Alexandra, als sie von Wandas Gabe hört. Doch je mehr sie liest, um so faszinierter ist sie... War das vielleicht ihre Rettung? Konnte diese Frau ihr womöglich wieder Lebensmut geben? 

Die Situation habe ich noch heute ganz klar vor Augen: Es war Mitte Juni 1999. Ich saß im Wartezimmer meines Hausarztes und hing meinen trübseligen Gedanken nach. Das Leben machte doch keinen Sinn mehr. Schon seit fünf Jahren war ich nicht mehr glücklich. Freude, Liebe, Hoffnung - all diese schönen Emotionen sind mir einfach abhanden gekommen. Statt dessen hatte ich Angst, sogar beim Verlassen meiner Wohnung!
Schweißausbrüche, Zittern und Schwindel überfielen mich. Egal, wo ich gerade war. Am Wochenende lag ich stundenlang im Bett, weinte still vor mich hin oder starrte an die Decke. Dabei hatte ich doch alles. Einen wunderbaren Freund. Das Jura-Studium, das mir großen Spaß machte. Meine Freundinnen genossen ihr Leben in vollen Zügen. Ich dagegen hatte unerklärliche Ängste und Depressionen - mit gerade mal 24 Jahren.
Plötzlich wurde ich aus meinen tiefdunklen Gedanken gerissen: Es kamen zwei weitere Patientinnen ins Wartezimmer. Sie tuschelten, zwar leise, aber sehr aufgeregt, so dass ich alles hören konnte: "Ja, sie hat ihn geheilt, er hatte doch ganz schlimme Panikattacken. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber ich habe es schwarz auf weiß. Diese Wanda Pratnicka, diese Exorzistin, hat ihn geheilt - ohne Ärzte!"
Ich fühlte, dass ich mir diesen Namen merken musste. Zu Hause suchte ich im Internet, gab in die Suchmaschine "Wanda" und "Exorzistin" ein - und fand sie auch. Eine Teufelsaustreiberin! Mir kamen Zweifel. Weder meine Familie noch mein Freundeskreis glaubten an Esoterik und schon gar nicht an Geister und Exorzismen.
Und trotzdem: Ich wollte alles über ihre Arbeit wissen und kaufte ihr Buch. Obwohl mich der Titel erschreckte: "Von Geistern besessen - Exorzismen im 21. Jahrhundert". Ich dachte: "Ist das nicht gefährlich? Sind das nicht alles Scharlatane, die einem nur das Geld aus der Tasche ziehen?" Andererseits: Sollte ich mit meinen Ängsten weiterleben? Nein, nur das nicht!
Ich las heimlich. Über Wandas Exorzismen, was ja eigentlich Teufelsaustreibung heißt. Wanda aber glaubt, dass es Geister sind, die von den Menschen Besitz ergreifen. Verstorbene Seelen, die noch nicht in das Reich des Todes gegangen, aber auch nicht mehr unter den Lebenden sind.
In diesem Zwischenraum heften sie sich an Menschen, deren Energie sie brauchen. Meist sind es Menschen, zu denen sie eine besondere Beziehung hatten. Wenn auch der Mensch sich nicht vom Verstorbenen trennen will, dann wird er von seinem Geist besetzt. Eigenschaften, Ängste, Unruhe und auch Krankheiten übertragen sich auf den Lebenden. Das war es! Genau so fühlte ich mich: Wie fremdgesteuert! Meine Stimme der Vernunft, auf die ich ein Leben lang gehört hatte, sagte mir: "So ein Quatsch! Wer glaubt denn schon an Geister?" Doch ich merkte, dass mich während des Lesens eine unbekannte Leichtigkeit überkam. Ich fing an, Hoffnung zu schöpfen: Würde diese Frau mir vielleicht helfen können?
Mein Freund trauerte so sehr unseren glücklichen Zeiten nach, dass er sagte: "Verrückt oder nicht - egal. Tu' einfach alles Mögliche, damit du wieder gesund wirst! Und es kostet ja nur 100 Euro. Und da beschloss ich zwei Wochen später, Wanda anzurufen.
Zitternd wählte ich die Nummer. Und fühlte mich gut! Sie hatte so eine beruhigende Stimme, dass ich ihr sofort mein Herz ausschüttete: der fehlende Lebensmut, die tiefe Traurigkeit, die Angst vor allen Anforderungen - seit etwa fünf Jahren. Seit dem Tod meiner geliebten Tante.
Auf einmal war alles so klar, so einfach: Wanda erklärte, dass ich vom Geist meiner Tante besessen sei. Sie sagte: "Du willst sie nicht gehen lassen, denkst immer an sie, denn sie war wie deine beste Freundin." Das stimmte! Wanda erklärte, dass ich ihre Ängste und Depressionen angenommen hatte. Ich musste mich von meiner Tante lösen, um wieder frei zu werden. Frei für das Leben. Und Wanda wollte mir helfen! Ich sollte aber nicht zu ihr kommen. Ich lebte in Frankfurt, sie in Gdynia. Das ist eine polnische Hafenstadt in der Danziger Bucht. Sie erklärte mir, der Exorzismus müsse unvorbereitet stattfinden.
Sie würde einen Tag aussuchen und von zu Hause aus die Austreibung vornehmen. Andernfalls wehren sich Klient und Geist! "Wenn ich den Geist austreibe, sitze ich in meinem großen Sessel", erzählte mir Wanda. "Ich habe die Augen geschlossen, Hände an den Schläfen und konzentriere mich nur auf dich - und den Geist. Ich spreche mit euch. Dem Geist sage ich, dass er durch das Tor zum Himmel gehen soll. Dass er loslassen muss, um glücklich zu werden."
In den ersten Tagen nach dem Anruf war ich sehr unruhig. Wurde mir plötzlich kalt, dachte ich sofort: "Passiert es jetzt?" Nachts hörte ich auf jedes Geräusch, konnte gar nicht mehr richtig durchschlafen.
Doch weil ich Wanda völlig vertraute und außerdem so verzweifelt war, hatte ich nicht wirklich Angst. Ich wollte frei sein, endlich Frieden finden! Als es dann passierte - vier Wochen nach dem Telefonat mit Wanda - stand ich gerade an der Kasse im Supermarkt. Es war Anfang August. In meinem Bauch kribbelte es merkwürdig, mir wurde warm, und ich fühlte mich plötzlich frei. Um mich herum sah alles viel heller, freundlicher und positiver aus. Ich hatte das Gefühl, eine große Last wäre von mir gefallen. Fühlte mich leicht! Körperlich und seelisch. Jetzt erst merkte ich, wie verkrampft mein Körper gewesen war! Doch ich hatte mich zu früh gefreut: Als ich am nächsten Tag mit Freunden im Cafe saß, merkte ich plötzlich: Mein Geist war wieder da! Mir wurde ganz schummrig, ich fühlte mich beklemmt.
Zu Hause rief ich sofort Wanda an. Sie beruhigte mich, erklärte mir, ich dürfe nicht mehr so oft an meine Tante denken. Mich nicht mehr übermäßigem Mitgefühl hingeben. Ich verstand, dass ich sie dadurch erst wieder herbeigerufen hatte. Es war nicht leicht für mich, meine Tante aus meinen Gedanken zu verbannen. Noch drei Behandlungen erfolgten. Nach einigen Wochen fühlte ich mich dann gesundheitlich endlich wieder völlig stabil: ausgeglichen und entspannt.
Heute weiß ich, dass man krank und depressiv wird, wenn man mit den Verstorbenen keinen Frieden schließen kann. Und ich wundere mich, warum man so wenig über diese Geister spricht. Ich erlebe jetzt alles viel bewusster. Nur ganz selten denke ich noch an meine Tante, die jetzt auch ihren Frieden finden kann!" 

Aufgezeichnet von Birgit Sommer 

Exorzismen
Das griechische "exorkismos" bedeutet "etwas herausbeschwören". Das Buch "Rituale Romanum" aus dem Jahr 1614 (Neuauflage 1999!) gilt als Anleitung für Teufelsaustreibungen. Es enthält die richtige Folge der Bibelverse und Beschwörungen. Papst Johannes Paul II. hat mehr Exorzisten benannt als jeder andere moderne Papst. Chef-Exorzist Don Gabriele Amorth behandelte mit Exorzismen schon über 30 000 Fälle von "Besessenheit". 





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